Betreff: Die VR-Bank am Rande des Abgrundes?Liebe Mitinteressierte, es macht mich traurig, was mit der VR-Bank Marktredwitz geschieht. Ich betrachte diese Bank als Risiko für das gesamte Genossenschaftswesen. Es reicht was jetzt schon herum getragen wird, wenn es zum richtigen Krach kommt und die breite Öffentlichkeit Notiz davon nimmt, dann kommen wir mit den Schlagzeilen weiter als die Schmidt-Bank.
Es muss für uns alle dieses Drama beendet werden, bevor der Schaden für uns alle uferlos wird. Wenn alle Ansprüche an die Bank herangetragen werden ist die Frage erlaubt, ob das Eigenkapital dafür ausreichen würde. Das Image der Bank, ihrer Vorstände und wahrscheinlich auch der Aufsichtsräte und auch der Mitarbeiter dürfte vor Ort am Boden sein. Es muss verhindert werden, dass dies wie ein Blitz ausstrahlt. In meinen Augen sind drei Dinge notwendig, dann könnte das Ruder noch herum gerissen werden.
1. Der Genossenschaftsverband muss die Finger von der Bank lassen. Immer wieder werden die Namen von ehemaligen Prüfern genannt. In keinem Versammlungsprotokoll steht nur einmal, dass der Verband den Mitgliedern reinen Wein eingeschenkt hat. Auch 2004 wurde nur die halbe Wahrheit genannt, um die Vorstände Wolf und Krämer nicht auch in die Wüste schicken zu müssen und Zeit zu gewinnen, den Einfluss bei der Bank komplett zu machen. Der Busenfreund des ehemaligen Prüfers Johannes Herzog, Raimund Grothoff (und immer wieder Grothoff) soll nun in Funktion der in Kürze aufzulösenden Beratungsgesellschaft des Verbandes VR-Consult den neuen Vorstand aussuchen. Dies erweckt geradezu den Eindruck, dass der Verband und speziell diese Herren ein unbändiges Interesse dazu haben die Hand auf der Bank drauf halten zu können und nichts nach draußen dringen zu lassen. Die Beteiligung des GenoVerbandes an der Verabschiedung der Vorstände Heger und Krämer unter Umschiffung der Vertreter spricht Bände.
2. Der Aufsichtsrat muss schnellstmöglich eine Entscheidung treffen. Gibt es keinen Kandidaten des Aufsichtsrates, der das Vertrauen verdient unabhängig zu sein. Es geht zur Zeit auch mit einem hauptamtlichen Vorstand und der steht nur auf dem Papier. Ein Neuer bräuchte Rückendeckung durch den Aufsichtsrat und natürlich gleichzeitig auch Überwachung. Um nicht Abstimmungsschwierigkeiten im Vorstand vor die Problemlösung zu stellen, müsste die Zweitbesetzung ein paar Monate zurückgestellt werden. Der neue Vorstand müsste den Auftrag erhalten alle Wertberichtigungen im Kreditbereich zu erfassen, damit diese nicht weiter der Bremsklotz für die Zukunft sind. Ebenso müssten alle andere Risikorückstellung bezüglich den Rückerstattung, Sicherheitenverwaltung für Kreditkunden, Grundstückssanierung in Wunsiedel und dass was noch im Kessel kocht erfasst werden. Realistisch betrachtet, wird es bei der VR-Bank Marktredwitz ohne Sanierung durch den genossenschaftlichen Sicherungsfond nicht gehen. Dies wird eine Hauptaufgabe des neuen Vorstandes werden.
3. Ganz ganz wichtig ist es auch, mit den Kunden und Mitgliedern ehrlich umzugehen, dass die Aufklärungsarbeit des Wunsiedeler Kreises nicht mehr nötig ist. Es darf nicht sein, dass die Kunden in der Bank keine Ansprechpartner für ihre Probleme haben und neben der Bank eine Organisation die Rechte dieser Menschen wahrnehmen muss. Vielleicht erklärt der Wunsiedeler Kreis beim Wandel der Geschäftspolitik seine Mithilfe, die Aufklärung weiter vor zu nehmen, dies aber mit dem neuen Vorstand und verlässlichen Aufsichtsräten durchzuführen, zum Nutzen der VR-Bank und seiner Mitglieder und nicht zum Schrecken aller.
Was könnte sein, wenn dies nicht geschieht? Wenn Vorstand, Prüfung und auch Aufsichtsrat diese Vertuschungen weiter betreiben, wenn Leute geholt werden, die in Verpflichtung, auch Dankbarkeit, alter Seilschaften stehen, dann wird weiter um die Bank herum gearbeitet. Nicht weil es den Wunsiedeler Kreis gibt, sondern weil die Menschen dringend außerhalb der Bank um Hilfe bitten müssen. Könnte es sein, dass damit eine künftige Vorstandschaft bereits zum Scheitern verurteilt ist? Sie stünde total zwischen den Stühlen.
Es muss den Mitgliedern, aber auch deren Vertreter im Ehrenamt, dem Aufsichtsrat bewusst sein, dass die Absicherung der Banken inzwischen vielfach über Krisenszenarien vorausschauend durchgespielt wird. In großen Häusern tagtäglich, was ein Ausfluss von Basel II ist und in für den Laien unverständliche Begriffe gefasst ist. Auch die Genossenschaftsbanken haben eine der gestaltete Risikoermittlung. Wenn die Vorstände von Risikoklassen im Kreditgeschäft sprechen, dann kratzen sie diesen Bereich ein wenig. Nun muss man aber wissen, dass die Risikokraft einer Bank ganz wesentlich im Eigenkapital steckt. Liebe Mitglieder, liebe Aufsichtsräte, die Geschäftsguthaben sind Eigenkapital und stecken in der Risikoberechnung mit drin.
Wenn es sich zeigt, dass die VR-Bank nicht heraus kommt aus dem Schlamm, es gab im genossenschaftlichen Bankenbereich bisher nur eine wahr genommenen Pleite, dies war die Volksbank Hamm nach einer atemberaubenden Wachstumsperiode mit Lobeshymnen aus allen Verbandsmündern. Diese Bank wurde abgewickelt und steht dem genossenschaftlichen Verbund heute als die Sanierungsbank BG Hamm noch zur Verfügung. Wenn der Verband mit Marktredwitz immer weiter in die Predullie gerät, wenn die Prozesse gegen die VR-Bank Tragweiten weit über die Region erreichen, was würde die genossenschaftliche Sanierung daran hindern am Rande der Republik ein Exempel zu statuieren und die Kannbestimmung der Sanierungsunterstützung bei Kann und nicht Machen zu belassen? Geschäft scheint es, verliert man nicht all zu viel, der Aufbau könnte sogar teurer kommen.
Was würde einen aus Zorn handelnden Verband daran hindern die Sanierung zu versagen, oder nur Teile vorzunehmen, weil die Bösen dort nicht wollen, wie der Verband will? Was würde dann das Geschäftsguthaben bei der Bank, die Eigenkapitalanteile der Mitglieder noch wert sein? Würde man dann die Vorstände vor den Kadi und zur Rechenschaft ziehen? Würde dann auf einen der Aufsichtsräte noch Rücksicht genommen, oder säßen alle von ihnen neben den Vorständen? Selten war für mich die Situation einer Bank so ausweglos, dass ich wirklich an eine Abwicklung denken wollte. Für die Genossenschaftsorganisation wäre dies ein Ende mit Schrecken, zur Zeit ist es eher ein Schrecken ohne Ende. Für die Drinnen wäre es auch ein dramatisches Ende mit Nachlauf für Manchen von ihnen.